pulmonale hypertonie (ph) e.v.
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Thema: Fliegen mit Sauerstoff

  1. #11
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    Ich kann mich Hope und Antecanis nur anschließen:

    Daher vielen Dank für den Hinweis, dass es das Spray gibt aber ich persönlich rate jedem Patienten seinen PH-Arzt dazu zu konsultieren, denn ich glaube nicht, dass das Spray eine sichere Alternative ist.
    Es gibt gute und nachvollziehbare Gründe, weshalb ein PH-Patient auf Flügen eine korrekte Sauerstofftherapie ein planen soll.
    Ich habe die Berechnung von Antecanis auch nicht nachgeprüft, aber bei ca. 80 Atemzügen, die mit einer Dose möglich sind, komme ich bei einer Atemfrequenz von 20 Atemzügen pro Minute auf grade mal vier Minuten, für die der Sauerstoff reicht.

    Was hat Dein Kardiologe dazu gesagt lesefee?
    Wie hat er Dir erklärt, dass diese Dosis ausreichend ist?

  2. #12
    Antecanis Gast

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    Im Segelflugsport gab es oft unerklärliches Fehlverhalten von Segelflug-Piloten. Untersuchungen haben ergeben, dass die sonst gesunden Piloten während des Segelfluges oft und plötzlich einen akuten Sauerstoff-Mangel hatten. Das ist schon speziell, denn der Segelflug ist jetzt nicht gerade körperlich sehr anstrengend (Im Vergleich zu einem Bergsteiger) aber der Segelflug verlangt intensives denken, so wie dauerndes Kopfrechnen. Messungen ergaben Werte, wie es PH-Patienten auch kennen, die Besten hatten Schwankungen von etwa 10, ältere und Raucher-Piloten hatten Schwankungen bis 35. Das bedeutet manchmal zeige das Pulsoximeter gerade mal noch 65 % SPO und das ist definitiv zuwenig Sauerstoff im Blut, um komplex denken zu können. Solche Piloten machten seltsame Flugmanöver und wenn man sie während des Fluges oder danach darauf ansprach, wussten sie nichts davon. Nun interessierten die Mediziner aber auch, weshalb einige Piloten den Sauerstoffmangel mit Mehratmung kompensieren konnten und andere nicht. Wir haben im Körper "Sauerstoff-Sensoren" also Nerven und diese können kaputt gehen ---- das wäre schon längst ein Thema für das Patiententreffen in Frankfurt! Fallen diese Sauerstoff-Rezeptoren aus, bleibt die Mehratmung aus und es kommt kontinuierlich zum Sauerstoffmangel.

    Ob den der Aufenthalt in der Höhe (Aufenthalt in den Bergen) sowas verkehrtes für PH-Patienten ist? Nach etwa sieben Tagen beginnt der gesunde Körper auf die Höhe zu reagieren, der verminderte Sauerstoffgehalt provoziert die Niere das Hormon Erythropoietin (abgekürzt EPO) aus zu schütten, das wiederum die Produktion der Erythrozyten (der roten Blutkörperchen) anregt. Die roten Blutkörper wiederum nehmen mehr Sauerstoff auf und genau dieser Effekt ist für PH-Patienten eher positiv. Mein Haus-Arzt wunderte sich vor meiner PH-Diagnose, über die übermäßig hohe Anzahl Blutkörperchen in meinem Blut, und belustigte sich darüber (Sie haben ja rote Konfitüre) und "maskierte" mit falschen Medikamenten mein wirkliches Problem weiter. Dagegen versuchte mein Körper alles, um dem schleichenden Sauerstoffmangel zu kompensieren.

    Um als positiver Effekt eine höhere Menge roter Blutkörper zur Kompensierung des Sauerstoffdefizites zu provozieren, ist selbst der längste Flug nicht geeignet. Auf der anderen Seite sind wir PH-Patienten in einem Flieger nicht die Piloten, wir merken bloss, dass wir während des Fluges Mühe beim Kreuzworträtsel lösen haben. Dass führt vielleicht zur Meinung; während des Fluges mental etwas reduziert zu sein, muss nicht traurig machen und ein wenig psychedelische Sentimentalität tut vielleicht der Seele gut.

    Hingegen provozieren wir bei ungenügender Sauerstoff-Versorgung unsere PH-Erkrankung zu verstärken und dem Kopf tut der Sauerstoffmangel ebenfalls nicht gut.
    Sinkt der der SPO-Wert über ein paar Minuten hinweg unter 80 % Sauerstoff (SPO) droht dem PH-Patienten einen Mechanismus; Hypoxie, Anstieg des Lungendrucks, Herzversagen und dann Kreislauf-Kollaps im Flieger.

    In diesem Fall wird der Pilot sich um den PH-Patienten besonders kümmern, den Flug eventuell abbrechen und sofort landen müssen. Ob der PH-Patient den Notfall durchsteht oder nicht, das -Theater- wird nicht zu verhindern sein.
    Was ... wenn die Untersuchung zum Schluss kommt, dass der PH-Patient wissentlich nicht für die geeignete Sauerstoff-Therapie während des Fluges gesorgt und damit grob-fahrlässig die Situation verschuldet hat?
    Die herumliegende Hair-Spray-Sauerstoffdose wird nun plötzlich kein Beweis besonderer Schlauheit mehr sein und die auferlegten Kosten wegen ausserplanmäßiger Landung dürften exorbitant und für einen berenteten Patienten unbezahlbar sein.

  3. #13
    lesefee ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Ihr könnt das Thema gerne weiter diskutieren, ich klinke mich an dieser Stelle aus.

  4. #14
    Antecanis Gast

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    Schade schade liebe lesefee. Ich habe gehofft du würdest endlich deine allerbeste Karte ins Spiel bringen!!!
    Leider ist es so, dass viele tragbare Konzentratoren bei Höhentests nicht die erwartete Leistung erbringen konnten.
    Auch gute Markennamen haben in Tests bittere Ergebnisse geliefert und eigenen sich deshalb nicht für den Passagierflug ... einzig niemand spricht davon!

    Eine Sauerstoff-Flasche gekoppelt mit einem Demand-System ist in einem Passagierflieger die beste Wahl. Dafür gibt es 2 Liter Flaschen mit 300 bar Druck, das ergibt 600 Liter und mit einem Demand - System gekoppelt kommt man damit schon recht weit.

    Wenn du nach Italien fliegst gehst du vielleicht ans Meer und profitierst vom höheren Luftdruck und du atmest leichter als sonst. Es braucht also nur auf dem Flug eine Sauerstoff-Therapie, die Frage ist bloss wie kann man eine 2 Liter Sauerstoff-Flasche auf dem Flughafen für sich bereit halten?
    Darüber hat sich ein bekannter Höhenmediziner in einer Fachpuplikation einmal sehr unhöflich ausgelassen, es gäbe eine Sauerstoff-Lobby die den Markt am Kundenbedürfnis vorbei kontrolliere.
    Er empfahl den Lesern auf Medizinal-Sauerstoff zu verzichten und dafür Industrie-Sauerstoff zu beziehen.
    Denn tatsächlich hätte der Lungenhochdruck-Verein zusammen mit anderen Vereinen schon längst dafür sorgen müssen, dass ein PH-Patient auf dem Flughafen zu einer geeigneten Sauerstoff-Versorgung kommt. Eben ... ohne Theater und ohne Formulare. So gesehen zeigst du liebe lesefee auf einen wunden Punkt, ... wenn ein PH-Patient fliegen muss ist er ziemlich alleine mit seinem Problem und gute adäquate Lösungen sind nicht einmal im Gespräch.

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